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Presse | 08-10-04
Weit gereiste Werkzeuge
Rohlinge aus Solingen pendeln nach Thüringen und wieder zurück. Nun sind sie Premiumwerkzeuge und überzeugen Anwender in aller Welt.
Sie sind Berufspendler: Ehe Zangen, Schlüssel oder Pinzetten aus dem Hause Nöthen Werkzeuge Solingen (NWS) richtig zupacken können, fahren sie von Solingen nach Südthüringen und zurück. „Die Schmiedearbeiten übernehmen für uns eingesessene Solinger Betriebe“, erläutert Michael Adam, Marketing- und Produktmanager bei NWS an der Röntgenstraße 12 – 18. „In Steinbach-Hallenberg findet größtenteils die Fertigung statt. Das Werk haben wir 1991 eröffnet, weil wir dort die Fachkräfte fanden.“ Derzeit wird für 1,5 Millionen Euro im benachbarten Schwarza ein zweites Werk gebaut. Die Hallen bieten Platz für weitere CNC-gesteuerte Maschinen. Diese machen aus den geschmiedeten Solinger Rohlingen fast schon ein NWS-Werkzeug. Zurück in Solingen, erhalten die Teile ihren allerletzten Schliff. So hat jedes einzelne Werkzeug 800 Kilometer hinter sich, ehe es auf die wichtigste Reise geht: zum Kunden.
Zange mit Dinosaurierkopf
NWS nennt sich selbst „den BMW unter den Werkzeugherstellern“. Die Produkte werden laufend fortentwickelt. Stets gilt: Funktion, Qualität und Design müssen stimmen. „Das Auge arbeitet mit“, bringt es Michael Adam auf den Punkt. So erinnern die Greifbacken der neuen Wasserpumpenzange „Quattro-Gripp“ an einen Dinosaurierkopf, mit einem „Q“ als Auge. Der Clou ist jedoch die Handhabung: Drückt der Anwender den roten Knopf an den Schenkeln, sind diese entsperrt und gegeneinander beweglich. Die Maulweite lässt sich stufenlos verändern, bis der untere Schenkel am Werkstück einrastet. Diese Stellung bleibt erhalten, auch wenn der Nutzer die Arbeit unterbricht.
Nullserien im Alltagstest
An den Produktverbesserungen sind oft die künftigen Anwender beteiligt. Ist ein Werkzeug so weit, dass es in die Herstellung gehen könnte, wird davon ein Stahlmuster gefräst. „Das ist sehr aufwändig, das Fräsen dauert 10 bis 20 Arbeitsstunden. Aber ein Kunststoffmodell kann nicht mithalten.“ Dieses Fast-Werkzeug nehmen ausgewählte Kunden in die Hand, begutachten und kommentieren es. Ist dann eine Null-Serie fertig, setzen Test-anwender sie im Alltag ein. Von ihren Erfahrungen profitieren später alle Nutzer – weltweit. 65 Prozent des Umsatzes erzielt NWS auf dem Weltmarkt, trotz Konkurrenz der Billighersteller. „Entwicklung, Produktion, Qualitätskontrolle, alles liegt in unseren Händen“, erläutert Michael Adam. „Dieses „Made in Germany“ ist für den Kunden im Ausland sehr wichtig. Es verspricht die Qualität, die wir mit unseren Premiumprodukten liefern.“
Starke Marke Solingen
NWS hat einen weiteren Vorteil: den Standort Solingen. „Wir tragen ‚Solingen‘ sogar im Firmennamen“, erzählt Michael Adam. „Darauf sind wir sehr stolz. International ist der Name eine ganz starke Marke.“
SWS Magazin | 04. September 2008
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